Atemtherapie

Im Atemholen sind zweierlei Gnaden,
die Luft einziehen,
sich ihrer entladen.
Jenes bedrängt,
dieses erfrischt,
so wunderlich ist das Leben gemischt.
Du, danke Gott, wenn er dich preßt
und danke ihm, wenn er dich wieder verläßt.

Goethe

Unsere Atmung wird durch alles, was uns widerfährt, beeinflusst - sei es körperliche oder gefühlsmäßige Belastung oder Erkrankungen der Atemwege sowie der Lunge. Gibt es eine richtige Art zu atmen? Es gibt keine gute und keine richtige Atmung. Unsere Atmung ist immer den Erfordernissen angepasst und wird unbewusst gesteuert. Es gibt zwei Möglichkeiten der therapeutischen Einwirkung. Die Arbeit mit Atemtechniken zur Verbesserung der Aus- und Einatmung oder die Arbeit, bei der die Beobachtung der Atembewegungen das Mittel zur Verbesserung der Körperwahrnehmung und Entspannung ist.

Der Atem wird über das vegetative Nervensystem gesteuert. Umgekehrt kann das vegetative Nervensystem über den Atem beeinflusst und harmonisiert werden.

Die Atemtherapie hilft, die blockierten Atemmuskeln wieder zu mobilisieren. Dadurch wird das Atemvolumen aufgebaut, und das freie Ausatmen wird optimal gefördert. Das Problem z.B. beim Asthma ist, dass zuviel Luft in der Lunge verbleibt und nicht in ausreichendem Maße ausgeatmet werden kann. Der Patient lernt, sich mit der Lippenbremse selber zu helfen. In der Atemtherapie wird mit begleitenden Griffen der verspannte Brustkorb gelöst und die abgeatmete Luft aus dem Brustkorb heraustransportiert. Die Patienten empfinden dadurch große Erleichterung.

Allgemein ist es so, dass der Mensch zu flach atmet, einen falschen Atemrhytmus hat und so sein Lungenvolumen nur zu einem geringen Teil nutzt. Diese falsche Atemtechnik ist oft die Folge einer falschen Körperhaltung. Hier kann die Atemtherapie sehr hilfreich sein. Durch Rippenmobilisation und Deblockierungen an der Brustwirbelsäule unterstützt der Physiotherapeut aktiv die verbesserte Atembeweglichkeit.

Der Patient lernt seine Körperhaltung so zu korrigieren, dass es der Lunge möglich wird, sich frei zu entfalten. Weiter lernt der Patient alle Bereiche der Lunge sinnvoll zu belüften (Atemlenkung und -wahrnehmung) und durch spezielle übungen eine Dehnung der Thorax- und der Atemmuskulatur zu bewirken.
Letztere findet auch Anwendung bei der Atemtherapie nach einem vorgegebenen Krankheitsbild wie etwa Asthma Bronchiale, chronische Bronchitis, Nachbehandlung einer Lungenentzündung.
Außerdem erlernt der Patient Techniken zum Abtransport des gelösten Sekrets (Drainagelagerungen), spezielle Hustentechniken sowie Übungen für die Anwendung zu Hause..

mit welchen Atemübugen Sie Ihre Erkrankungen positiv beeinflussen und Sie früher erlernte Übungen festigen:

  • Lippenbremse

  • Packegriffe

  • Atemerleichternde Stellungen im Notfall (z.B. Kutscherstellung)

  • Zwerchfellmobilisation

  • richtige Atmung (Techniken)

  • Vermeidung von Hyperventilation

  • Alle Übungen können Sie auch zu Hause durchführen. Gleichzeitig vermittelt er Ihnen die Lust an der Bewegung. Asthma und körperliche Aktivitäten schließen sich nicht aus. Es gibt sogar Olympiasieger, die unter Asthma leiden